Bogenschiessen – wie fing das an?   

Wie soll man dieses Thema angehen? Bestimmt nicht in Betrachtung der Vorzeit. Die liegt zu weit zurück. Und auch nicht in Deutschland.

Dokumentiert sind die Olympischen Spiele der Neuzeit.

In Paris wurden 1900 die Olympischen Spiele ausgetragen. Mit dabei waren erstmals auch die Bogenschützen.

Es gab mehrere Disziplinen aber keine internationalen Regeln. Die ausrichtenden Länder bevorzugten ihre landesübliche Ausrichtung von Bogenwettkämpfen.

In Paris gab 6 verschiedene Wettkämpfe: 1. Game shooting, 2. „Cordon doré“ auf 50m, 3. „Chapelet“ auf 50m, 4. „Corcon dorè“ perche auf 50m, 5. „Corcon dorè“ perche auf 33m, 6. "Au chapelet” auf 33m. Die meisten Wettkämpfe gewannen die Teilnehmer aus Frankreich und Belgien. Nur Wettkampf 1 ging an Ausländer (Australien, USA und Spanien).

In St. Louis USA, sah das 1904 ganz anders aus. Geschossen wurde die 1. Double Pork Round auf 100, 80 und 60Yards, 2. Die Double Pork Round auf 60, 50, und 40 yards. 3. Die Double American Round auf 100,80, 60yards. Natürlich gewannen die Amerikaner alle Wettkämpfe.

Wieder anders sah das 1908 in London aus. 3 Wettkämpfe standen an. 1. Die York Round auf 100,80,und 60Yards. und 2. Continental Style auf 50m. für die Herren. Die Damen schossen die 3. National Round auf 60 und 50 Yards. Natürlich dominierten die Engländer Wettkampf 1 u. 3. Nur Wettkampf 2. auf 50m gewannen die Franzosen, es war ja ihre Entfernung.

1931 gründete sich in Lemberg der internationale Dachverband Federation Internationale de Tir á l` Arc  (FITA)  heute World Archery Federation (WA) mit Sitz in Lausanne/CH). Die Initiative ergriffen die Verbände von Finnland, Frankreich, Norwegen, Polen und Schweden.

Danach wurde einheitlich nach FITA - Regeln geschossen.

Gesuche um Aufnahme des Bogenschießens zu den Olympischen Spielen im Jahre 1948 (London), 1952 (Helsinki), 1956 (Stockholm), wurden mehrfach durch das IOC abgelehnt.

Der Widerstand schwand jedoch mit den Jahren und als 1961 Frau Inger K. Frith, England, zur Präsidentin der FITA gewählt wurde, setzte sie sich dafür mit Erfolg ein.

Bei den Olympischen Spielen 1972 in München war Bogensport erstmals seit 1920 wieder dabei. Diese Teilnahme bescherte dem Bogensport eine vorher nicht gekannte Popularität

und den Vereinen einen Zuwachs an Mitgliedern. Viele neue Clubs und Vereine entstanden bis heute.

Es wurde an 4 Tagen eine doppelte FITA – Runde geschossen, 2 x 144 Pfeile auf 90,70/60,50,30m. Die ersten Plätze belegten die Damen und Herren aus USA.

Auch 1976 in Montreal dominierten noch die USA.

Doch begannen die Damen überaus sensationell. Maria Urban vom Bogenclub Babenhausen/Hessen dominierte das Feld über die langen Distanzen in der Doppel-FITA.

Leider konnte sie diesen Druck nicht kompensieren, erzielte jedoch am Ende den 8. Platz mit 2377 Ringen hinter der Siegerin Luann Ryan USA mit 2499 Ringen. Ein beachtlicher internationaler Erfolg. Besser machte es Willi Gabriel, welcher mit 2435 Ringen den 6. Platz hinter dem Sieger Darrel Pace USA mit 2571 Ringen, belegte. Rudi Schiffl, der Europameister, erreichte den 27. Platz, was nicht seiner Leistung entsprach.

 wird fort gesetzt

 

National:

Seit 1958 gehört Bogenschiessen zum offiziellen Wettkampf - Programm des Deutschen Schützenbundes.DSB.

Wie kam es dazu und warum entstand kein reiner Bogensportverband im Westen?

Die Bogenschützen waren damals ein kleine Gruppe; es gab nur wenige aktive Vereine in den größeren Städten.

Deren Vorstände hätten es damals in der Hand gehabt. Nicht das es an Versuchen gefehlt hätte; Bestrebungen hat es gegeben, scheiterten jedoch.

Für die ersten Vereine war es wohl der einfachere Weg sich dem Traditionsverein für Feuerwaffen anzuschließen und hier Hilfe und finanzielle Förderung zu erhalten.

Es war sehr schwierig Übungsgelände und Wettkampsstätten zu beschaffen. Hier konnten die etablierten Schützenvereine in den Gemeinden ihre Verbindungen spielen lassen.

In der ehemaligen DDR entstand 1959 ein reiner Bogensportverband, welcher nach der Wiedervereinigung in der gesamten BRD Wettkämpfe veranstaltet und eine Konkurrenz darstellt. 

 

 Die 1. Deutsche Meisterschaft fand 1958 in Nürnberg statt: FITA Runde 144 Pfeile auf 90/70m, 70/60m, 50m, 30m.

1965 Einführung der Nationalen Bedingung: 60 Pfeile auf 25m

1973 1. Deutsche Meisterschaft im Feldbogenschiessen in Berlin auf 14 Ständen.

1976 Einführung der Hallenbedingung: 60 Pfeile auf 25m und der Schülerklasse

1977 Erweiterung des Feldschiessens auf 28 Stände

 

 

International:

Weltmeisterschaften fanden im Ausland schon seit 1931 statt.

1931 in Lwow-Lemberg/Polen

1932 in Warschau

1933 in London

1934 in Bostast/Schweden

1935 in Brüssel

1936 in Prag

1937 in Paris

1938 in London

1939 in Oslo

 

Pause wegen WWII

 

1946 in Stockholm

1947 in Prag

1948 in London

1949 in Kopenhagen

usw.

erstmals

1979 in Berlin auf dem Maifeld

 Anhand der Ausrichter - Länder kann man deutlich erkennen, wo der Bogensport in Europa fest verwurzelt war. Bei uns im Land entwickelte sich der Bogensport erst richtig nach 1945.

Unbekannt war er jedoch nicht. So mancher hatte einen Bogen Zuhause und übte damit abseits der ausgetretenen Pfade, weil er nicht in die Kategorie „Flitzebogen“ einstuft werden wollte.

Vereine gab es in der Regel in den großen Städten, wo sich gebildete Menschen dieser Sportart zuwanden. Ein Beispiel war der Frankfurter Bogensportclub mit seinem Präsidenten Herrn Werner Arndt, einem Künstler, die ihre Residenz im Stadtwald mit Clubhaus und Bar hatten und dessen Mitglieder sehr erfolgreich waren.

 

 

 

 

 

 

 

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